Helligkeit der Sterne

Warum manche Sterne heller leuchten als andere
Manchmal funkeln Sterne intensiv und klar, andere wirken kaum sichtbar – obwohl sie in derselben Region des Himmels stehen. Doch was bestimmt eigentlich, wie hell ein Stern für uns aussieht? Und warum kann ein weit entfernter Stern heller erscheinen als ein naher? Wir unterscheiden zwischen zwei Arten der Leuchtkraft − scheinbare und absolute Helligkeit.

Scheinbare Helligkeit – das, was wir sehen

Astronom:innen bezeichnen die wahrgenommene Helligkeit eines Sterns als scheinbare Helligkeit oder Magnitudo (mag).

Je kleiner dieser Wert ist, desto heller erscheint ein Stern am Himmel. Die Sonne hat etwa −26,7 mag – sie überstrahlt alles.

Der helle Stern Wega hat 0,0 mag.
Der Polarstern liegt bei +1,97 mag.
Sterne, die schwächer als +6 mag sind, sind ohne Hilfsmittel kaum zu sehen.

Merksatz: Kleine Zahl = heller Stern.

Absolute Helligkeit – was wäre, wenn …

Die scheinbare Helligkeit hängt natürlich davon ab, wie weit ein Stern entfernt ist. Um Sterne miteinander vergleichen zu können, definieren Astronom:innen deshalb die absolute Helligkeit – sie beschreibt, wie hell ein Stern wäre, wenn er genau 10 Parsec (etwa 32,6 Lichtjahre) von uns entfernt wäre.

Damit kann man die tatsächliche Leuchtkraft eines Sterns bestimmen – unabhängig von seiner Entfernung zur Erde. So zeigt sich: Manche Sterne sind wahre Energieriesen, die nur deshalb unscheinbar wirken, weil sie viele hundert Lichtjahre weit weg sind.

Warum Sterne unterschiedlich hell erscheinen

Mehrere Faktoren beeinflussen, wie hell ein Stern für uns sichtbar ist. Entfernung (Je näher, desto heller), Lichtabsorption (Staub und Gas zwischen uns und dem Stern dämpfen sein Licht), Lichtfarbe (Rote Sterne strahlen oft weniger im sichtbaren Bereich, wirken also dunkler), Atmosphäre (Dunst, Lichtverschmutzung und niedriger Stand am Horizont verringern die Helligkeit).

Tipp: Bei guten Bedingungen – klarer, dunkler Himmel und wenig Feuchtigkeit – seht ihr deutlich mehr Sterne als in der Stadt.

Was bedeutet das für die Beobachtung?

Für Himmelsbeobachter:innen und Astrofotograf:innen sind die Helligkeitswerte ein nützlicher Kompass. Mit bloßem Auge erkennt man Sterne bis etwa +6 mag, mit einem Fernglas bis +9 mag, und ein mittelgroßes Teleskop zeigt Objekte bis +13 mag.

So könnt ihr schon vorab einschätzen, welche Sterne oder Planeten sich lohnen – und ob euer Equipment dafür ausreicht.

Praktische Unterstützung bieten Programme und Apps wie Stellarium, SkySafari oder Heavens-Above.